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B I L D E R G A L E R I E 
Rückblick in Bildern: In der Klosterstraße 7, gegenüber der Martinskirche, eröffnete der 'Jazzclub Barbarossa 1959' unter der Leitung von Kurt Littig 1960 den "Jazzkeller" - Schauplatz zahlreicher Konzerte, Jam-Sessions und Treffpunkt der Szene.
Die Fünfziger und Sechziger des letzten Jahrhunderts. Jazz in Kaiserslautern.
Der Stoff zur Legendenbildung.
 
Das Modern Jazz Quartet, Miles Davis, John Coltrane, Duke Ellington, Oscar Peterson, Lionel Hampton, Max Roach, Stan Getz, Ray Brown, John Lee Hooker, Jimmy Smith, Albert und Emil Mangelsdorff, Klaus Doldinger, die deutsche Jazzszene – alle waren sie da. Das Kulturreferat der Stadt etablierte ab Herbst 1957 ein bis dahin unbekanntes Forum für Jazzkonzerte mit der Konzertreihe „Jazz im Konzertsaal“. Kaiserslautern war die erste europäische Stadt, die Jazzkonzerte im Abonnement anbot.
 
Davor gab es nur wenige, jedoch recht bemerkenswerte Veranstaltungen – unter anderem 1953 Stan Kenton mit seinem Orchester, 1954 das Oscar Peterson Trio mit Ella Fitzgerald, Sarah Vaughan mit dem Illinois Jacquet Orchester und kurze Zeit später die legendäre Lionel Hampton Big Band. Diese Veranstaltungen fanden jedoch noch vor einem überwiegend amerikanischen Publikum statt. Wohl auch durch die regelmäßigen Jazz-Sendungen des SWF, moderiert von Joachim-Ernst Berendt, ergab sich aber bereits 1955 ein völlig anderes Bild. Der Südwestfunk veranstaltete sein erstes Konzert in Kaiserslautern im Rahmen der Reihe "Jazztime Baden-Baden" mit dem Orchester Kurt Edelhagen in der ausverkauften Fruchthalle.
 
Dem etablierten Angebot der „Konzerte der Stadt Kaiserslautern“, der Kammer- und Sinfoniekonzerte und gelegentlichen Jazzkonzerten wurden 1957 zwei Konzertreihen hinzugefügt: „Jazz im Konzertsaal“ und „Konzerte junger Künstler“. Beim ersten Konzert in der neuen Reihe „Jazz im Konzertsaal“ spielte das Emil Mangelsdorff Swingtett aus Frankfurt im Kammermusiksaal des Karlsberg.  „... und wir können feststellen: Das Experiment ist geglückt...“, schrieb Fritz Rau 1958 nach Abschluss der ersten Konzertsaison. Die Abo-Zahlen stiegen von Jahr zu Jahr. Der Anteil jugendlicher Besucher betrug bereits in der Saison 1960/61 erstaunliche 50 Prozent. Es war ein Veranstaltungskonzept entstanden, das mit zunehmender öffentlicher Wahrnehmung viele Städte und Kulturinstitutionen anregte, diesem Beispiel zu folgen.
 
„Erfinder und Macher“ von „Jazz im Konzertsaal“ war Peter Gass. Er plante und organisierte damals das Konzertangebot des Kulturreferats, zunächst noch unter der Leitung von Dr. Ottheinz Münch, dessen Nachfolger er 1973 wurde. Von Anfang an waren die guten Kontakte von Peter Gass zur deutschen Jazzszene, vertreten durch die Deutsche Jazz Förderation mit Horst Lippmann, Olaf Hudtwalcker, Joachim-Ernst Berendt und Fritz Rau ein fundamentaler Bestandteil der Konzertplanungen. Es ergab sich bald durch die äusserst positive Zusammenarbeit und dank Fritz Rau eine ungeahnte Bereicherung des Konzertangebotes durch die Kooperation mit dem großen Impresario Norman Granz. Als Gründer der Schallplatten-Labels „Verve Records“ und später „Pablo Records“ brachte er unter der Reihe „JATP“ (Jazz At The Philharmonic“) die Elite der nordamerikanischen Jazzszene (Miles Davis, John Coltrane, Stan Getz u. a.) nach Europa und auch in die Fruchthalle. Gerade zu Beginn der Konzertreihe war die Zusammenarbeit mit Norman Granz von unschätzbarer Bedeutung, da im Konzertangebot eine geniale Mixtur zwischen dem deutschen, europäischen und nordamerikanischen Jazz gelang und Kaiserslautern in kurzer Zeit als Veranstaltungsort international bekannt wurde.
 
In fast jeder größeren Stadt Deutschlands gab es damals Amateur-Jazzbands, die in meist improvisierten Kellerclubs Blues, Skiffle oder Jazz spielten. Und nach den legendären „Monday-Night-Sessions“ im Casimirsaal der Barbarossaburg eröffnete dann fast zwangsläufig auch in Kaiserslautern 1960 unter der Regie von Kurt Littig der „Jazzclub Barbarossa 1959“ einen eigenen Jazzkeller in der Klosterstraße 7. „Die Freiheit“ vom 20. Januar 1960 zum Eröffnungskonzert mit Helmut Brandt und dem Berlin Jazz Quintett: „Der erste Abend, mit Konzert und Jam-Session war ein hoffnungsvoller Beginn, der davon überzeugte, daß hier ein unverfälschter jugendlicher Stil gefunden worden ist. Es ist nur bedauerlich und bedenklich, daß der Jugend so wenig Vertrauen entgegengebracht wird, daß man offizielle Beobachter hinzusenden sich bemüßigt gefühlt hat. (Dem Vernehmen nach sogar die Sittenpolizei!). Die um die Jugend sich sehr besorgt zeigenden Stellen sollten endlich damit aufhören, in jedem Jazzfreund einen potentiellen Sittenstrolch zu sehen. Die Jugend, und gerade die in diesem Jazzkeller ist besser, als mancher glaubt.“ Schnell entwickelte sich eine „Tradition“ der besonderen Art. Nach den Jazzkonzerten in der Fruchthalle trafen sich die Künstler – bereichert durch Kaiserslauterer Musiker wie den Gitarristen Helmut Weilemann – im Keller zu unvergessenen Jam-Sessions wieder.
 
Die Auftritte der Jazzgrößen in der Fruchthalle, vermischt mit den zahlreichen Sessions und Konzerten von offensichtlich spontan inspirierten und begeisterten jungen Amateurmusikern mit ihrer großen Fangemeinde machen rückblickend ein bis heute einmalig vitales „Jazzleben“ in Kaiserslautern sichtbar. Ergänzt wurde dieses Geschehen zudem durch zahlreiche Schallplattenkonzerte und themenorientierte Vorträge im Amerikahaus in der Spittelstraße und dem „Arbeitskreis Jazz“ der Jugendvolkshochschule. Jazz war „cool“. „Jazz hören und Sartre lesen“ lautete die Devise. Aber dennoch alles schön ordentlich. Schlips und Kragen waren bei Konzerten in der Fruchthalle Pflicht. Ein Rollkragenpulli unter dem Jackett und dazu noch eine Cordhose galt damals als Provokation.
 
Die Abo-Reihe „Jazz im Konzertsaal“ endete mit der Konzertsaison 1977/78. Dafür gab es mehrere Gründe. Der zeitgenösschische Jazz wurde zunehmend komplexer, hatte sich immer mehr verzweigt oder mit Rock, Soul und Funk fusioniert. Spätestens seit der „Beatwelle“ und „Flower Power“ in der Mitte der 1960er fand zudem eine musikalische Umorientierung der „New Generation“ statt. Auch hatte man zunehmende Probleme mit unzuverlässigen Agenturen und Künstlern. Das „Waschbrett“ in der Gaustraße hatte bereits geöffnet, 1980 folgte das Provisorische Jugend- und Programmzentrum und 1988 das Kulturzentrum Kammgarn.
 
Aber das ist eine andere Geschichte ...
Vor 50 Jahren
 
J A Z Z K O N Z E R T E   1 9 6 2
 
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Konzerte der Stadt Kaiserslautern - Jazz im Konzertsaal
Donnerstag, 12.01.1961, 20 Uhr, Fruchthalle
Albert Mangelsdorff Quintett
Albert Mangelsdorff, Posaune; Bent Jädig, Tenorsaxophon; Günter Kronberg, Alt- und Baritonsaxophon; Peter Trunk, Bass; Hartwig Bartz, Schlagzeug
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Amateur-Jazz in Kaiserslautern
Di., 07., 02.,1961, 20 Uhr, Amerika Haus Kaiserslautern, Spittelstraße,
in Verbindung mit dem „Jazz-Club-Barbarossa“, Einführung: GMD Carl Gorvin
Deutsch-Amerikanische Jazz Quintett
Lucius Dean, Trompete; Leo Johnson, Tenorsaxophon; Volker Klimmer, Piano; Bernd Klimmer, Bass; John Jarrett, Schlagzeug
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So., 06.03.1961, Jazzkeller, Klosterstraße 7
Modern Jazz Group Freiburg
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Konzerte der Stadt Kaiserslautern - Jazz im Konzertsaal
Donnerstag, 16.03.1961, 20 Uhr, Fruchthalle
Michael Naura Quintett
Michael Naura, Piano; Wolfgang Schlüter, Vibraphon; Klaus Marmulla, Altsaxophon; Hajo Lange, Bass; Heinz von Moisy, Schlagzeug
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Konzerte der Stadt Kaiserslautern - Jazz im Konzertsaal, Sonderkonzert
Montag, 20.03.1961, 20 Uhr, Fruchthalle
Johnny Hodges Septett – The Duke Ellington Giants
Johnny Hodges, Altsaxophon; Lawrence Brown, Posaune; Ray Nance, Trompete; Harry Carney, Baritonsaxophon; Al Williams, Piano; Aaron Bell, Bass; Sam Woodyard, Schlagzeug
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Konzerte der Stadt Kaiserslautern - Jazz im Konzertsaal, Sonderkonzert
Montag, 17.04.1961, 18 Uhr und 21 Uhr, Fruchthalle
Oscar Peterso Trio
Oscar Peterson, Piano; Ray Brown, Bass; Ed Thigpen, Schlagzeug
Julian ”Cannonball” Adderly Quintett
Julian ”Cannonball” Adderly, Altsaxophon; Nat Adderly, Trompete; Victor Feldmann, Piano; Sam Jones, Bass; Louis Hayes, Schlagzeug
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Konzerte der Stadt Kaiserslautern - Jazz im Konzertsaal
Donnerstag, 27.04.1961, 20 Uhr, Fruchthalle
Hans Koller Quartett
Hans Koller, Tenorsaxophon; Karlhanns Berger, Piano; Fred Dutton, Bass; Inge Brandenburg, Gesang
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Amateur-Jazz in Kaiserslautern
Gastspiel: Samstag, 10.06.1961, 18 Uhr, Saal des Bürgervereins, Trier: Hans Rossbach präsentiert im Rahmen der 'Woche der Jugend'
Jazz-Amateur-Treffen u.a. mit:
Volker Klimmer Quartett; Barbarossa Castle Stompers
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Amateur-Jazz in Kaiserslautern
Gastspiel: Samstag, 24.06.1961, 20 Uhr, Evgl. Gemeindehaus, Kirn
Jazz-Konzert der Volkshochschule Kirn
Volker Klimmer Quintett; Barbarossa Castle Stompers
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Amateur-Jazz in Kaiserslautern
Gastspiel: Samstag, 08.07.1961, Motorschiff ‘Großherzog Ernst-Ludwig’, Riverboat Shuffle Bingen-Bacharach
Barbarossa Castle Stompers
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Amateur-Jazz in Kaiserslautern
Samstag, 15.07.1961, Jazzkeller, Klosterstraße 7
Jazz-Band-Ball
Barbarossa Castle Stompers und Gäste
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Amateur-Jazz in Kaiserslautern
Sonntag, 03.09.1961, 17-22 Uhr, Fruchthalle
Jugendball des ‘Jazz-Club-Barbarossa 1959’
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Amateur-Jazz in Kaiserslautern
Gastspiel: Samstag, 30.09.1961, 20.30 Uhr, Maison de France, Luitpoldstr.
JCN, jazz-club, Neustadt/Weinstraße
Jazz-Band-Ball
Barbarossa Castle Stompers
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Konzerte der Stadt Kaiserslautern - Jazz im Konzertsaal, Sonderkonzert
Mittwoch, 25.10.1961, 20 Uhr, Fruchthalle
Jimmy Giuffre Three
Jimmy Giuffre, Klarinette; Paul Bley, Piano; Steve Swallow, Bass
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Konzerte der Stadt Kaiserslautern - Jazz im Konzertsaal
Donnerstag, 30.11.1961, 20 Uhr, Fruchthalle
Albert Mangelsdorff Septett
Albert Mangelsdorff, Posaune; Emil Mangelsdorff, Altsaxophon und Flöte; Joki Freund, Tenorsaxophon; Günter Kronberg, Alt- und Baritonsaxophon; Heinz Sauer, Tenorsaxophon; Günter Lenz, Bass; Rune Carlsson, Schlagzeug
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Amateur-Jazz in Kaiserslautern
Samstag, 02.12.1961, 19 Uhr, Gaststätte Löwenburg
Jugend-Jazz-Band-Ball
Volker Klimmer Quintett
Barbarossa Castle Stompers
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Amateur-Jazz in Kaiserslautern
Samstag, 09.12.1961, 20 Uhr, Gaststätte Löwenburg
Kabarett ‘Die Zahnstocher’ und die Barbarossa Castle Stompers
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